1 Lokomotivdepot

Bahngeschichte im Gleisdreieck

Die älteste Depotwerkstatt der Schweiz entstand 1859. Die Vereinigten Schweizerbahnen VSB baute sie für den Unterhalt ihrer Dampfzüge. Im langgezogenen Gebäude übernachteten die Lokführer, bevor sie früh morgens ihre Dampfloks einheizten.

2 Brauerei Haldengut

Repräsentationsbauten der Stadtbrauerei

Der klassizistische Gründerbau und die Bierkeller gehören zu den ältesten industriellen Brauanlagen der Schweiz. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde der Braubetrieb eingestellt – er wich Wohn- und Gewerberäumen.

3 Sägerei Reismühle

Restaurierte Wasserrad-Sägerei

Die Reismühle ist eine Sägerei. Diese Mechanik wurde entwickelt um die Wasserkraft für weitere Zwecke als das Getreidemahlen zu nutzen.

4 Mühle Hegi

«Mühlenkette» der Eulach

Die Mühle Hegi ist eines von fünf erhaltenen Mühlegebäuden zwischen Hegi und der Winterthurer Altstadt. Seit dem Mittelalter treibt die Erlach diese Wasserräder an. Die Mühle Hegi besitzt einen Mühlenkanal, ein Radhaus und ein vier Meter grosses Wasserrad.

5 Sulzerareal Oberwinterthur

Fabrikinterne Hauptstrasse von 1.2 Kilometern Länge

Anfang des 20. Jahrhunderts expandierte die erfolgreiche Maschinenfabrik Sulzer von der Stadtmitte ins Hegifeld. Bis 1970 beschäftigte Sulzer in Winterthur über 14’000 Arbeiter und benötigte diese grosse Werkhallen.

6 Nagelfabrik Nagli

Nägel aus historischen Maschinen

Die einzige Nagelfabrik der Schweiz arbeitet mit unterschiedlichen Maschinen. Die ältesten fünf stehen im historischen, denkmalgeschützten Maschinensaal und sind funktionsfähig. Sie stammen noch aus den Anfängen der industriellen Nagelproduktion und sind mit einem Transmissions-System verbunden. Am ersten Samstag im Monat um 11 Uhr können sie besichtigt werden. Gruppen können den Schaubetrieb nach Voranmeldung besuchen.

7 Seidenweberei Sidi

Fabriken, Hochkamine und Arbeiterhäuser

Östlich der Altstadt gab es früher drei Textilfabriken und frühe Arbeiterwohnhäuser. In der ehemaligen Seidenweberei befinden sich die ältesten stationären Sulzer-Dampfkessel. Die frühere Elastikweberei beherbergt heute das Fotomuseum.

8 Textilfärberei Schleife

Trocknungsgebäude für gefärbte Stoffe

In der Schleife wurden Stoffe gefärbt und zum Trocknen unter die auskragenden Dächer gehängt. Die Färberei wurde um die Jahrtausendwende stillgelegt.

9 Fabrikantenvilla Flora

Fabrikantenvilla, Obermühle, Arbeiterhäuser

In der Villa Flora wohnte der Spinnereiunternehmer Johann Heinrich Bühler mit seiner Familie. Später zog die Enkelin Hedy Hahnloser ein und baute mit ihrem Mann eine renommierte Gemäldesammlung auf. Heute ist die Villa Flora ein bekanntes Kunstmuseum.

Neben der Villa Flora steht die Obermühle. Sie war rund 600 Jahre in Betrieb. Angetrieben wurde sie vom Wasser des Kanals, der heute zugeschüttet ist. Der Stadtfallenweg erinnert noch an den Ort, wo der Kanal von der Eulach abgezweigt wurde. Er hiess «Stadtfalle».

In der Nähe der Textilfabriken Sidi, Ganzoni und Schleife gab es mehrere Arbeitersiedlungen. An der Weberstrasse entstanden schon 1872 erste Arbeiterhäuser. Sie wurden von der Gesellschaft zur Erstellung billiger Wohnungen GebW gebaut.

10 Erste Spinnerei Rieter

Erste Spinnerei ausserhalb der Altstadt

Das Handelsunternehmen Rieter baute seine erste Spinnerei an der Eulach und dem davon abgeleiteten Mühlekanal.

11 Seifenfabrik Aspasia

Vorstadt für mechanisches Gewerbe

In dieser Handwerkervorstadt am ehemaligen Mühlekanal standen die Seifenfabrik Aspasia, die Rieter- und die Schlangemühle, eine Schreinerei, eine Bleiche und eine Walke. Diverse Kleinbetriebe sind heute noch hier ansässig.

12 Güterbahnhof und Lagerhallen

Lager für Korn, Salz und weitere Handelsgüter

Mitte des 19. Jahrhunderts plante die Stadt eine Lagerstrasse mit Kopfbahnhof für Güter. Staatsbaumeister Wolff entwarf das Salz- und Kornhaus im Neurenaissance-Stil. Daneben baute der Milchverband sein Zentrum; heute beherbergt es das Theater am Gleis.

13 Sulzerareal Stadtmitte

Schwerindustrie im Stadtzentrum

Die Maschinenfabrik Sulzer baute während 150 Jahren einen stark verdichteten Stadtteil in der Grösse der Winterthurer Altstadt. Hier wurden Dampfmaschinen und Dieselmotoren für die ganze Welt produziert. Nach der Jahrtausendwende wurde das Industrieareal in ein Arbeits- und Wohnquartier umgewandelt.

14 Arbeitersiedlung SLM

Englische Siedlung im Werkareal

Der Engländer Charles Brown gründete die Schweizerische Lokomotiv- und Maschinenfabrik, sein Sohn später die BBC. Die werkeigenen Arbeiterhäuser wurden nach englischem Vorbild erbaut.

15 Arbeitersiedlung Tössfeld

Wohnungsbau ohne Spekulation

Die «Gesellschaft für Erstellung billiger Wohnhäuser» erstellte für besserverdienende Arbeiter billige Eigenheime und Blockwohnungen mit Gärtchen.

16 Arbeitersiedlung Rieter

Arbeiterdorf für die Weltausstellung

Fabrikant Heinrich Rieter erstellte eine Arbeitersiedlung für seine Angestellten und kämpfte damit gegen Wohnungsnot und die damit verbundenen unhygienischen Verhältnisse. Die damals revolutionären Pläne wurden an der Weltausstellung 1876 in Philadelphia gezeigt.

17 Maschinenfabrik Rieter

Mustergültige Fabrik als Exportschlager

Der ersten Rieter-Spinnerei in der Stadt stand zu wenig Wasserkraft zur Verfügung. In Niedertöss erstellte Heinrich Rieter Senior deshalb eine Musterspinnerei mit Kanal. Nach diesem Vorbild baute sein Sohn weitere Fabriken, u. a. im Kloster Töss.

18 Wespimühle

Turbinen- und Wellenantrieb

Die Wespimühle, das Kloster Töss und die Spinnerei Hard nutzten die Kraft der drei Töss-Wasserfälle. Ab Anfang des 20. Jahrhunderts trieb eine Turbine von Rieter über ein ungewöhnliches Umlenkgetriebe die komplexe Maschinerie der Wespimühle an.

19 Spinnerei Beugger

Spinnerei in schlossartigem Stil

Johannes Beugger gründete Anfang des 19. Jahrhunderts seine eigene, schlossartige Spinnerei. Rund achzig Jahre später wurde das Gebäude als Krankenheim umgenutzt, heute beherbergt es die Klinik Schlosstal.

20 Spinnerei Hard

Erste wassergetriebene Spinnfabrik der Schweiz

Die Anfang des 19 Jahrhunderts gebaute, erste mechanisierte Grossspinnerei der Schweiz liegt an der Töss.  Die Hard betrieb über 8000 Spinnräder. Durch die industrielle Produktion verloren Tausende Heimarbeiter im Zürcher Oberland ihre Existenz. Die Anlage wurde ergänzt durch ein Mädchenheim, einen Bauernhof mit Mühle und ein Herrschaftshaus.